Die Kammeroktophonie setzte sich aus vier Frauen und vier Männern zusammen, die ursprünglich alle aus dem Fachbereich Musik
der Uni Bremen stammten. Von der Uni-Chor-Leiterin Judith Kumfert ursprünglich aufgestellt, um Abwechslung in das Konzertprogramm
zu bringen, verselbständigte sich das Ensemble sehr schnell. Angestrebt war ein demokratisches Miteinander was das Auswählen, Erarbeiten
und Aufführen der Stücke anbetrifft. Konzerte wurden ebenfalls in Eigenregie organisiert. Das wohl größte und spannendste Konzert war
wohl das Konzert in der Schöninger St. Vincenz-Kirche, wo wir im Rahmen der Rathauskonzerte vor gut gefülltem Haus auftraten. Diesem
Ensemble verdanke ich sehr viel. Zum Einen die Erfahrung, dass Singen in kleiner Besetzung mir am meisten Spaß macht (man wird stark
gefordert und kann nicht in der "Masse" versinken, man hat aber auch nicht den "Stress" des Solosingens), zum anderen aber auch das Kennenlernen
wunderbarer Literatur. Besonders nennen möchte ich hier die Chorsätze von Fanny Hensel-Mendelssohn, diverse englische Madrigale sowie
ein paar Chorsätze von Hugo Distler.
Ein paar Bilder vom Oktetttreffen und einen Nachbericht gibt es unter Bilder.
Nachdem ich Bremen schweren Herzens verlassen haben, wurde mir das Einleben in
Braunschweig nicht nur dadurch erleichtert, dass ich jetzt mit meiner Schwester zusammen an einem Ort wohnte, sondern auch mit
der Tatsache, dass ein Freund aus Schultagen auch gerade
frisch nach Braunschweig gekommen war: Matthias Wengler. An der St. Johannis-Kirche übernahm er sowohl den dortigen Chor als auch
den kurz vorher "herrenlos" gewordenen Kammerchor PRO MUSICA. Klar, dass ich bei beiden Chören mitmachen wollte. Denn so konnte ich
doch das nicht immer reibungslos verlaufende Referendariat singend "verarbeiten". Mit diesem Kammerchor habe ich viele schöne Konzerte
erlebt und auch sehr schöne Chorliteratur kennen gelernt. Besonders reizvoll und bis dahin neu für mich waren zwei wichtige Erfahrungen,
die ich in diesem Chor machen durfte: Das Singen im Quartett als Gegenpol zum volleren Chor sowie kleine Soli innerhalb der Chorstücke.
Das solistische Singen bereitete mir dabei besonders Freude, weil es doch eine neue Herausforderung war.
Das Hörbeispiel zeigt einen Ausschnitt aus Brittens "A Hymn To The Virgin".
Britten: Hymn... (mp3-Datei, 1,3 MB)
Leider löste sich der Chor zum Jahresende 2008 auf.
Als ich im Unterrichten zunehmend mehr Routine bekam und mich nicht mehr vollständig einnahm, suchte ich nach neuen Herausforderungen.
Passend kam mir da ein Zeitungsartikel, den ich in den Sommerferien 2006 in der Braunschweiger Zeitung las. Dort wurden für ein
Chorprojekt der Helmstedter Chor- und Singschule noch Mitsänger und -sängerinnen gesucht. Es standen zwei überaus reizvolle Stücke
auf dem Programm: Bernsteins "Chichester Psalms" und Rutters "Gloria". Genau die richtigen Stücke für mich, weil hier Rhythmus und
Kraft aber auch ungewohnte Harmonien zu einer einfach nur als "toll" zu bezeichnenden Musik miteinander kombiniert wurden.
Was akustisch bei diesem Konzert herausgekommen ist, lassen die beiden Hörbeispiele erahnen (die Aufnahmen stammen von Diana Kager geb. Bankowski, wofür ich danke):
Chichester Psalms: I. Maestoso ma energico (Anfang) (mp3-Datei, 1 MB)
Gloria: III. Quoniam tu solus sanctus (Ausschnitt) (mp3-Datei, 500 KB)
Nach ein Paar weiteren Chorprojekten stand im Sommer 2008 dann die Operette "Das Weiße Rössl" von Benatzky auf dem Programm. Dieses
Stück hatte ich in der Fassung der "Bar Jeder Vernunft" aus Berlin kennen- und liebengelernt und nun sollte sie auch in dieser
Fassung aufgeführt werden. Diesmal war ich allerdings nicht mehr ausschließlich Choristin, sondern auch mit einer kleinen
Solorolle dabei: Ich
durfte das schüchterne, lispelnde Klärchen spielen. Wer mich kennt, weiß, dass mir insbesondere die erste Charaktereigenschaft am
schwersten gefallen ist. ;-)
Der Querschnitt, der unten aufzurufen ist, richtet einzelne "Klang-Blitzlichter" auf die verschiedenen Musiknummern vom Rössl.
Rössl (mp3-Datei, 4 MB)
Fotos der Aufführung finden sich unter Bilder.